Einfache Autarkie im Bulli – mit dem Wasserkocher auf Reisen

Eierkocher, Waffeleisen, Wasserkocher und Sandwichtoaster. Mittlerweile sind diese kleinen Gadgets aus unserem Reisealltag nicht mehr wegzudenken. Wie wir all diese Dinge stressfrei unterwegs ohne Wechselrichter im Bulli betreiben, erfährt Du in diesem Blogbeitrag.

Du hast wie wir nur eine begrenzte Batteriekapazität in Deinem Micro-Camper oder Bulli, möchtest aber nicht auf etwas Komfort auf Deiner Reise verzichten? Wir haben da für uns eine preiswerte und gute Lösung gefunden. Unser Setup für mehr Autarkie im Bulli stellen wir Dir in diesem Blogbeitrag vor. Vielleicht ist auch etwas für Dich und Deinen Camper dabei.

Mit der begrenzten Batteriekapazität von 2 x 75 Ah im Wohnraum des VW California kommt man im normalen Betrieb ganz gut zurecht. Der Betrieb von Kühlbox, Standheizung und auch diversen Kleingeräten stellt die Basisausstattung von vielen Micro-Campern, wie auch im California, in der Regel vor keine große Herausforderung. Selbst an kühleren Tagen, bei denen die Standheizung viele Stunden auch in der Nacht im Dauerbetrieb läuft, reicht die nutzbare Kapazität von 75 – 100 Ah aus, um einige Tage autark abseits einer Steckdose vom Landstrom die Natur zu genießen. So weit, so gut.

In der Regel geht es dann ja meistens auch zum nächsten Stellplatz. Die oft auch nur kurze Fahrstrecke reicht bei uns fast immer aus, damit der Ladebooster die Batterien schnell wieder mit etwas Energie befüllt. Also keine Probleme.

Was ist aber mit den sogenannten Komfortverbrauchern? Das 12-Volt-Bordnetz vom California ist für den Anschluss eines großen Wechselrichters recht knapp ausgelegt. So ein Wechselrichter mit 2.000 oder 2.500 Watt Leistung zieht schon richtig viel Strom. Außerdem haben wir immer die doch recht umfangreiche Installation inklusive der dicken Kabel gescheut. Auch der Einbau unter dem Beifahrersitz ist bei uns nicht möglich, da dort schon eine andere Installation ab Werk verbaut ist. So ein Wechselrichter ist schon ein richtiger Trümmer, braucht viel Platz und ist dabei auch nicht gerade günstig.

Powerstation Bluetti Elite 100 V2 mit 1 Kw/h

Wir haben eine bessere Möglichkeit gefunden, um ausreichend Energie an Bord zu haben. Unsere Wahl ist auf eine Powerstation der Firma Bluetti gefallen. Die Elite 100 V2 von Bluetti bietet eine Nennkapazität von 1.024 Wh und eine kontinuierliche Ausgangsleistung von 1.800 Watt. Im Power-Lifting-Modus sind sogar bis zu 2.700 Watt Spitzenleistung möglich.

Bei der Bluetti Elite 100 V2 bedeutet Powerlifting: Sie kann bestimmte reine Heizverbraucher mit 1.800 bis 2.700 W Nennleistung betreiben, obwohl ihre reguläre AC-Dauerleistung bei 1.800 W liegt. Die tatsächliche abgegebene Leistung bleibt dabei bei maximal 1.800 W; die Station senkt die Ausgangsspannung, sodass das Heizgerät weniger Leistung aufnimmt, aber nicht sofort abschaltet. Das geht z.B. beim Wasserkocher, Heizdecken und anderen ähnlichen Verbrauchern. Nicht geeignet für diesen Modus sind beispielsweise Kompressorkühlboxen und alles was einen Motor hat. Auch elektronische Geräte vertragen diesen Modus nicht. Im Zweifelsfall solltest du also noch mal nachlesen, was du dort anschließen kannst.

Trotzdem ist das Powerlifting wirklich stark und bei einigen Verbrauchern auch enorm praktisch da man diese sonst nicht betrieben könnte. Genauso punktet das Kraftpaket auch bei der Betankung mit neuer Energie. Per Netzstrom lässt sich der interne Akku dank 1.200 Watt TurboBoost™ AC Aufladung in etwa 45 Minuten auf 80 % aufladen. Wir nutzen dazu gerne auch einmal eine Steckdose im Café oder einen kurzen Zwischenstopp an einer Tankstelle. Mit einem speziellen Adapter, der die weit verbreitete Typ-2-Steckdose von Ladestationen für E-Autos  in eine herkömmliche Schuko-Steckdose verwandelt, geht es natürlich noch viel einfacher. Und das sogar europaweit! (der Metro AC01 ist einfach genial)

Eine weitere unkomplizierte Möglichkeit, unterwegs Strom zu tanken, ist die Nutzung der Autosteckdose im Bulli, früher landläufig als Zigarettenanzünder bezeichnet. Das hat aber einen entscheidenden Nachteil. Hier ist die Leistungsabgabe auf 100 Watt beschränkt. Mit einem kleinen Trick lässt sich aber auch hier etwas mehr Ladeleistung während der Fahrt generieren. Wir nutzen den Lastausgang unseres Victron Solarreglers. Je nach Bordspannung fließen hier bei 14 Volt bis zu 190 Watt. Damit geht es natürlich ziemlich fix.

Oft stehen wir aber auch einige Tage abseits der touristischen Pfade irgendwo in der freien Natur. Aber auch hier bietet Bluetti das passende portable PV 100 Solarpanel mit 100 Watt Leistung als Reisebegleiter an. Das lässt sich mit nur einem Griff schnell aufklappen und entweder am Bulli an der Kederleiste aufhängen oder mit den zwei praktischen Aufstellern perfekt in der Sonne platzieren, während der Bulli im Schatten steht. Die Leistung von 100 Watt empfinden wir aus absolut ausreichend. Aber Die Größe des Solarpanels ist natürlich immer ein Kompromiss zum vorhandenen Platz. Wer schneller Laden möchte kann auch zum größerem PV 200 Solarpanel greifen.

Eine Verlängerung bietet mehr Flexibilität bei der Aufstellung der Solartasche

Bei Nichtgebrauch verschwindet das Anschlusskabel Praktischerweise in einem Fach auf der Rückseite der Solartasche und ist dort dank Reisverschluss perfekt vor schmutz und Beschädigung geschützt.

Das sich die Aufsteller ganz einfach mittels Druckknöpfen um +-5° verstellen lassen, ist ein weiteres cleveres Detail, welches einem nicht sofort ins Auge fällt. So ist die Solartasche immer perfekt zur Sonne ausgerichtet und maximiert Deinen Ertrag grüner Energie über den Tag. 

Zusammengeklappt nimmt das ganze Equipment auf der Rückbank vom California nur sehr wenig Platz ein. Das Solarpanel passt super in den Spalt zwischen Schrank und rückwärtiger Ablage. Die 230 Volt Steckdosen verlängern wir einfach mit einem kurzen Verlängerungskabel bis in den Wohnraum. Schliesslich lässt sich die Bluetti Powerstation ja perfekt über die umfangreiche Bluetooth-App von dort bedienen.

Dank der hohen Leistungsreserven ist der Betrieb von Sandwichtoaster, Eierkocher und Co. so kein Problem mehr. Auch ein leistungsstarker Wasserkocher mit mehr als 1.000 Watt wird zuverlässig versorgt. Seit einiger Zeit machen wir sogar mit einer Poolheizung unser Duschwasser auf diese Weise in wenigen Minuten warm und verwenden in der Übergangszeit den Heizlüfter. Das ist doch einfach Genial.

Mit nur 17 Liter Volumen ist die Bluetti Elite 100 V2 nicht nur ultrakompakt, sondern durch ihr Gewicht von lediglich 11,5 kg ein absolutes Leichtgewicht. Wir wissen das sehr zu schätzen, da wir die Station beim Umbau der unteren Liegefläche öfter mal im Fahrzeug bewegen müssen. Mit der Kapazität von 1 Kw/h kommen wir bisher bestens zurecht. Der Einsatz modernster Akkuzellen rundet das Gesamtpaket ab. Die Elite 100 V2 wird von langlebigen LiFePO₄-Zellen angetrieben und liefert bis zu 4.000 Ladezyklen. Im praktischen Einsatz wäre das mehr als ein Jahrzehnt.  

Das ganze Set nimmt im California nicht viel Platz ein

Wer sich mit der Kapazität unsicher ist oder einen noch größeren Strombedarf hat, kann natürlich auch auf die nächst größeren Powerstationen zurückgreifen. Die Bluetti Elite 200 V2 und die Bluetti Elite 300 2400 W bieten die doppelte bzw. dreifache Kapazität, sind aber wie im Fall der Elite 300 mit 26,3 kg mehr als doppelt so schwer. Für die Leistungsklasse ist das immer noch ein Bestwert, für unseren Anwendungsfall im Bulli aber zu schwer.  

Bitte seht es mir nach, dass ich nicht auf alle Spezifikationen und Einzelheiten der Powerstation eingegangen bin. Natürlich gibt es noch eine Menge USB- und USB-C-Anschlüsse mit hoher Leistung. Insbesondere einen USB-C-Ausgang mit 140 Watt findet man auch nicht bei jeder Powerstation. Auch eine Autosteckdose mit 10 Ampere nebst 2 × DC5521-Anschlüssen mit 8 Ampere sind natürlich vorhanden. Wer alle Details über Bluetooth und Co. der Powerstion nachlesen möchte, den möchte ich gerne auf die informative Webseite verweisen.

Uns kam es in erster Linie auf das geringe Gewicht, die guten Leistungsdaten und einen leisen Betrieb im Bulli an. Hier punktet die Station auf voller Linie. Auch beim Preis/Leistungsverhältnis muss sich Bluetti mit der Elite-Serie nicht verstecken. Auf Reisen ist die Station eine echte Bereicherung und ein weiterer Schritt in die absolute Autarkie auf Reisen.

In einem weiteren Artikel bzw. Blogbeitrag verrate ich euch in Kürze, wie ihr eure Powerstation, wenn ihr nicht auf Reisen seid, ganz einfach in ein Balkonkraftwerk mit Speicher verwandelt. Auch diesen Doppelnutzen finden wir einfach genial.  

Wie sieht es bei Euch mit der Autarkie und Eurem Stromsetup aus? Habt Ihr einen festen Wechselrichter verbaut? Setzt Ihr auf große Batterien und eine feste Solarlösung? Wir sind neugierig und freuen uns über eure Erfahrungen und Lösungsansätze. Schreibt es uns doch gerne in die Kommentare. Wir lesen die immer !!!  

Wie bei jeden Artikel auf Roadbus.de, gehört für uns die entsprechende Transparenz über die Motivation zu diesem Blogbeitrag dazu. Wir erhalten für diesen Bericht keinerlei Honorar! Den Erfahrungsbericht schreiben wir aus eigenem Antrieb. Wir berichten hier ausschließlich über Lösungsansätze zu unseren eigenen Problemstellungen und Anforderungen. Wir stehen auch in keinerlei Geschäftsbeziehung mit der Fa Bluetti oder profitieren in irgendeiner Weise vom Verkauf der Produkte. Bei uns gibt es keine Rabatgutscheine oder andere Vorteilsaktionen! Trotzdem müssen wir aus rechtlichen Gründen diesen Artikel offiziell als „WERBUNG“ kennzeichnen. Die Powerstation und das dazugehörige Solarpanel haben wir für diesen Test kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Das beeinflusst allerdings in keiner Weise das Ergebnis dieses Tests.

2 Antworten auf „Einfache Autarkie im Bulli – mit dem Wasserkocher auf Reisen“

  1. Ich mag deinen Blog mit seinen guten Tipps, muss hier aber bzgl,- der Elite 100 V2 widersprechen: „Im Power-Lifting-Modus sind sogar bis zu 2.700 Watt Spitzenleistung möglich.“ Das ist eine Falschaussage, denn der „Power-Lifting-Modus“ senkt die Ausgangsspannung, so dass von einem ohmschen Verbraucher mit 2.700 Watt Nennleistung diese eben gerade nicht aufgenommen werden, sondern nur das, was die Powerstation verträgt. „Möglich“ sind 2,7kW zu keinem Zeitpunkt. Es ist nur „möglich“, Geräte mit geringerer Leistung zu betreiben. Was in der Tat mitunter sehr nützlich ist, keine Frage.

    (Rein vorsorglich: Rede dich bitte nicht damit heraus, dass deine Aussagen so sein müssten, weil eine korrekte Darstellung deine Leser überfordern würde. Sonst müssten wir die Erde am Ende weiter als Scheibe darstellen, nur weil manchen Leuten das Prinzip der Kugel zu kompliziert ist.)

  2. Hallo Camping at Home, du hast natürlich recht, dass das in der Regel nur für Verbraucher gilt, die mit einem Heizwiderstand arbeiten. Danke dir für den Hinweis. Da das offensichtlich nicht gut genug beschrieben war, habe ich den Text nun entsprechend angepasst so das es für jedermann eindeutig beschrieben ist. Ich wünsche dir einen schönen Sonntag. Viele Grüße

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