Vor ein paar Wochen haben wir uns hier im Blog die große Frage gestellt: Perfekte Pizza unterwegs – geht das überhaupt? Damals hat uns der Skotti Grill mit Deckel und Pizzastein ziemlich begeistert. Doch dann ist uns zufällig ein Ofen über den Weg gelaufen, der alles noch einmal auf den Kopf gestellt hat. Er heißt „Horst“, kommt von Grove Camping und ist ab sofort unser neuer universeller Backofen für unterwegs.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Pizza aus dem „Horst“ ist einfach perfekt und schmeckt wie beim Italiener um die Ecke. Und das ist erst der Anfang – denn „Horst“ kann noch viel mehr.

Wer oder was ist Horst eigentlich?
„Horst“ ist ein multifunktionaler Campingofen aus Edelstahl, der einfach auf einen vorhandenen Campingkocher gestellt wird. Laut Hersteller vereint er drei Funktionen in einem Gerät: Backofen, Holzkohlegrill und kleine Feuerschale (Grove Camping –Produktseite). Mit der optional erhältlichen Gasgrill-Bodenplatte wird aus dem Campingkocher sogar ein Gasgrill. Das haben wir aber nicht getestet.
Und wie sind wir auf Horst gestoßen?
Manchmal kommt einem der Zufall entgegen. Wir waren auf dem Vanlifefestival Ferropolis und haben dort Freunde begleitet. Da fiel mir der Stand von Grove Camping am Rande der Ausstellung auf. Ihr wisst, ich stehe auf die kleinen, innovativen Unternehmen, die oft etwas ganz Neues am Start haben. Aber wahr ist auch, Founder, also Gründer, gibt es viele, echte Erfinder, die sind selten! Bei Grove Camping trifft beides aufeinander, echter Erfindergeist auf eine reale Marktlücke.
Bei Fabian, dem Erfinder von „Horst“ ist alles am eigenen Bedarf orientiert. Was für ihn einen Mehrwert bringt, das kann vielleicht auch etwas für andere sein. So entstand Grove Camping und ihre Produkte. Spannend fanden wir auch: „Horst“ hat 2024 beim ersten „Campfire der Ideen“ – der „Höhle der Löwen für Camper“ – unter 24 Mitbewerbern den ersten Platz belegt (Grove Camping).
Nun aber kurz zu den technischen Daten
| Merkmal | Angabe |
| Abmessungen aufgebaut (Lx B x H) | 280 x 275 x 250 mm |
| Abmessungen zerlegt (L x B x H) | 280 x 275 x 60 mm |
| Garraum (L x B x H) | 260 x 260 x 75–105 mm |
| Gewicht | 4,5 kg |
| Temperatur | bis ca. 250 °C mit leistungsstarkem Kocher (abhängig von Kocher und Umgebung) |
| Mindestbreite Topfträger | 120 mm |
| Reinigung | spülmaschinengeeignet (ohne Thermometer) |
| Lieferumfang | Rückwand, 2 Seitenwände, Vorderwand, Deckel mit Griff, Dachelement, Bodenplatte, Grillrost, Grillrostgriff, Thermometer, Anleitung |
Quellen: Produktseite Horst und FAQ von Grove Camping. Preise und Ausstattung können sich ändern – bitte vor dem Kauf auf der Herstellerseite prüfen.
Passendes Zubehör gibt es ebenfalls: einen Pizzaschieber (29,00 €), eine sehr praktische
Transporttasche (29,00 €, mehr dazu weiter unten), die Gasgrill-Bodenplatte (39,00 €) und den Stay-Safe-Rahmen, den der Hersteller bei glatten Topfablagen oder Kochern mit nur drei Streben empfiehlt (Grove Camping).



Kein Gasanschluss – läuft auf jedem Campingkocher
Das ist für uns einer der größten Vorteile: „Horst“ braucht keinen eigenen Gasanschluss. Er wird einfach auf den Kocher gestellt, den ihr sowieso dabei habt – egal ob Kartuschen-kocher auf dem Campingtisch oder das fest eingebaute Kochfeld im Camper.
Laut Hersteller passt „Horst“ auf die meisten Campingkocher, auch auf versenkte Gaskochfelder. Bei uns kam „Horst“ sowohl auf dem Gardinger Campingkocher, als auch direkt auf dem eingebauten Gaskochfeld im Fahrzeug zum Einsatz. Mit dem passenden Rahmen steht er auf dem Kochfeld im Sprinter und Bulli sicher und stabil.



Unser Tipp: Wenn ihr im Fahrzeug backt, sorgt – wie bei jedem Kochen mit Gas – immer für
ausreichende Belü ftung, lasst den Ofen nie unbeaufsichtigt und achtet darauf, dass „Horst“ sicher steht. Die Außenseiten werden im Betrieb sehr heiß, also Abstand zu Vorhängen, Möbeln und Co. halten.
Der Aufbau: einfach und selbsterklärend
Den Zusammenbau fanden wir sehr unkompliziert und selbsterklärend. Die Edelstahlteile werden einfach ineinander gesteckt – ganz ohne Werkzeug. Der Hersteller spricht von einem Aufbau in unter einer Minute (Grove Camping), und das können wir nach ein paar Durchgängen sogar fast bestätigen. Das fordere, untere Teil ist etwas kniffelig beim Einsetzen. Zerlegt ist „Horst“ dann nur 6 cm hoch und verschwindet platzsparend im Staufach.
Praktisch ist das eingebaute Thermometer im Deckel. Damit habt ihr die Temperatur jederzeit im Blick – ein riesiger Unterschied zum geschlossenen Omnia, bei dem man meist nur raten kann. Auch beim Skotti ist ein Thermometer Fehlanzeige.

für unsere Pizza

es auch deutlich höher
Die Transporttasche: alles an einem Platz
Ein echter Geheimtipp, und aus unserer Sicht unverzichtbar, ist die passende Transporttasche von Grove Camping. Darin lässt sich alles unterbringen: Alle Teile des Ofens passen in das große Hauptfach, der Grillrost kommt in ein separates Einsteckfach,
damit die übrigen Teile sauber bleiben, und für Kleinteile wie den Grillrostgriff gibt es ein Organizer-Element (Grove Camping – Umhängetasche für Horst). Die Tasche besteht laut Hersteller aus robuster, wasserfester LKW-Plane, misst 110 x 320 x 320 mm und kostet 29,00 € (Stand Oktober 2026). Besonders praktisch: Auch ein noch nicht gereinigter Ofen kann darin transportiert werden und der große Überschlag dient beim Aufbau als Unterlage die den Tisch schützt (Grove Camping). Im Bulli verschwindet so alles in
einer flachen Tasche – kein klappern, kein suchen.
Der Pizzatest: wie beim Italiener
Jetzt aber zum wichtigsten Teil. Wir haben verschiedene Pizzateige aus dem Supermarkt ausprobiert – vom Kühlregal-Teig bis zur fertigen Pizza – und ganz unterschiedlich belegt.

Belag nach Lust und Laune

Und dann kam die große Überraschung: Das Ergebnis ist auch ohne Pizzastein einfach genial. Bei 200 Grad wird der Boden schön kross und der Belag bleibt super saftig. Kein verbrannter Boden wie im Omnia, kein Loch in der Mitte und kein Pfannkuchen-Effekt wie aus der Pfanne. Einfach eine richtige Pizza wie beim Italiener.

Salami-Pizza
Der Klassiker durfte natürlich nicht fehlen. Die Salami-Pizza kam mit knusprigem Rand, schön zerlaufenem Käse und saftigem Belag aus dem Ofen.


Genau so muss das sein
Zur Not: die Tiefkühlpizza
Und wenn man abends nach einem langen Fahrtag einfach keine Lust hat, selbst etwas zuzubereiten? Dann geht zur Not auch eine Tiefkühlpizza in den Ofen. Auch der Hersteller nennt die Tiefkühlpizza am Abend ausdrücklich als Einsatzzweck (Grove Camping). Packung auf, Pizza rein, fertig – Abendessen gerettet. (Wenn man es, wie wir am Anfang, nicht zu lange im Ofen lässt) Aber das hat man schnell raus.


geschmolzener Käse. So ist es richtig
Pizza Hawaii mit Banane
Für die Mutigen unter euch: Wir haben eine Hawaiipizza mit Banane ausprobiert. Klingt ungewöhnlich, schmeckt aber richtig gut und ist mein persönlicher Favorit – und auch hier blieb der Belag wirklich saftig , während der Boden schön kross wurde. Genial!

Pizza mit Zwiebeln
Ein weiterer Favorit (der meiner Frau) war die Pizza mit roten Zwiebeln. Die Zwiebeln blieben schön weich und leicht süßlich, der Käse goldgelb. Das Ganze geht natürlich auch mit Flammkuchenteig ohne Käse oder als weiße Pizza mit Schmand ohne Tomate.


Pizza-Abend am Stellplatz
Natürlich musste „Horst“ auch draußen auf dem Stellplatz bei unserer letzten Reise durch Frankreich zeigen, was er kann. Campingkocher auf den Beistelltisch, „Horst“ drauf, Pizza rein – mehr Aufwand ist es wirklich nicht.


Für einen Pizza-Abend zu zweit oder mit Freunden haben wir gleich mehrere Pizzen vorbereitet. Unser Tipp: Belegt die Pizzen direkt auf Backpapier, dann lassen sie sich mit dem Pizzaschieber ganz leicht in den Ofen schieben und auch wieder herausholen .



An einem anderen Abend gab es Pizza mit Champignons und Ananas.


der Käse schön zerlaufen

Tipp vom Hersteller: Zu den Wänden möglichst 3 – 4 cm Platz lassen und die Speisen nach etwa zwei Dritteln der Backzeit einmal um 180° drehen. An den Wänden und hinten ist es nämlich etwas heißer als in der Mitte (Grove Camping FAQ). Das können wir so bestätigen!
Mehr als Pizza: geniale Aufläufe
Und hier spielt „Horst“ seine größte Stärke gegenüber dem Skotti aus. Neben Pizza gelingen auch Brot, Kuchen und richtig geniale Aufläufe. Wir haben verschiedene Nudelaufläufe in unterschiedlichen Auflaufformen ausprobiert. Alles kein Problem.



Das Ergebnis: goldbraun überbacken, innen schön saftig. Die Aufläufe gelingen schnell und einfach – genau wie Zuhause.



Herkömmliche Auflaufformen passen auch
Ihr braucht übrigens keine speziellen Formen. Auch herkömmliche Auflaufformen mit einem Durchmesser bis zu 20 cm kann man verwenden – also gut möglich, dass eure Formen von Zuhause schon passen. Der Garraum misst laut Hersteller 260 x 260 mm bei 75 – 105 mm Höhe (Grove Camping). Wer etwas Passendes kaufen möchte: Grove bietet auch eine Backofenform (248 x 200 x 55 mm) und eine Tortenform mit 20 cm Durchmesser aus Emaille an (Backofenform, Tortenform).
Auch unterwegs in Frankreich gab es einen Auflauf aus dem „Horst“ – in der ganz normalen Auflaufform von Grove Camping, goldbraun überbacken. Die frischen Tortellini hatten wir zuvor auf einem kleinen Markt gekauft und dann im Ofen mit Comté überbacken. Ist das nicht genial?

Frühstück: Aufbackbrötchen aus dem Horst
Natürlich gehen auch Aufbackbrötchen. Gerade am Morgen wenn es auf dem Stellplatz nichts Frisches gibt, ist das mega praktisch: Brötchen rein, Kaffee kochen, fertig.

kein Problem

goldbraun und knusprig

Ein Nachtisch aus Blätterteig der uns restlos begeistert
Auch an süße Sachen haben wir uns herangewagt – und sind restlos begeistert. Mit Blätterteig von „Tante Fanny“ haben wir perfekte Ergebnisse erzielt. Unsere drei Varianten:
- Blätterteig mit Nutella – außen blättrig-knusprig, innen schokoladig-cremig.
- Blätterteig mit Apfel und Kirschmarmelade – fruchtig, saftig und herrlich luftig.
- Apfelkuchen mit Quark und Streuseln (diesmal nicht „Tante Fanny“, sondern Homemade)
Der Blätterteig ging gleichmäßig auf und wurde schön goldbraun. Der Hammer war aber der Streusel-Kuchen aus der Herzform. Ein Nachtisch wie aus der Konditorei – kaum zu glauben, daß einem so etwas unterwegs gelingen kann.


Der große Vergleich: Horst versus Skotti versus Omnia
| Kriterium | Grove Horst | Skotti mit CAP und Pizzastein | Omnia Backofen |
| Wärmequelle | Jeder passende Campingkocher, auch Einbaukochfeld | Eigener Gasbrenner, Anschluss an Gasflasche bzw. Kartusche nötig | Campingkocher |
| Eigener Gas-anschluss nötig | Nein | Ja | Nein |
| Pizza | Perfekt, rund oder eckig, ohne Pizzastein | Sehr gut, aber nur mit Pizzastein und Zubehör, Verbrennungsgefahr | Mit Loch in der Mitte, Boden verbrennt leicht |
| Temperatur | Thermometer im Deckel, 200 °C reichen für krosse Pizza | Über 330 °C nötig, 8 – 10 Minuten vorheizen obligatorisch | Kein Thermometer, Garzeit schwer einschätzbar |
| Aufläufe | Ja, in Auflaufformen, auch zwei gleichzeitig | Nur eingeschränkt in kleinen Pfännchen | Ja, sehr gut |
| Brot, Brötchen, Kuchen | Ja | Kaum praktikabel | Ja |
| Blätterteig und Desserts | Ja, perfekte Ergebnisse | Nicht getestet | Möglich, Form vorgegeben |
| Im Fahrzeug nutzbar | Ja, auf dem Kochfeld | Bei uns nur draußen im Einsatz | Ja, auf dem Kochfeld |
| Grillen | Ja (Holzkohle, optional Gas) | Ja (Hauptfunktion) | Nein |
| Handhabung | Wie Zuhause, schnell und einfach | Etwas Übung nötig, hohe Temperaturen nötig | Einfach, aber wenig Kontrolle |
Die Angaben zum Skotti und Omnia stammen aus unserem eigenen Test aus dem Juli 2026. Der Skotti macht eine sehr gute Pizza – das haben wir im letzten Bericht ausführlich gezeigt. Aber dafür braucht es den Deckel, den Pizzastein, einen Gasanschluss und richtig hohe Temperaturen. „Horst“ schafft das bei 200 Grad auf jedem Campingkocher, ganz ohne Pizzastein. Und im Vergleich zum Skotti gelingen die Gerichte schnell und einfach wie Zuhause. Dazu kommt der riesige Zusatznutzen: Brot, Kuchen, Aufläufe, Brötchen und Desserts , das können die anderen nicht so perfekt.
Damit macht „Horst“ sogar den allseits beliebten Omnia fast überflüssig. Wir sind damit übrigens nicht allein – auch einige Kundenstimmen auf der Herstellerseite berichten,
dass „Horst“ bei ihnen den Omnia ersetzt hat (Grove Camping).
Unser Fazit: Der Skotti bleibt Zuhause
Das Fazit lautet ganz einfach: Der Skotti bleibt Zuhause. Unser neuer universeller Backofen für unterwegs heißt „Horst“ und kommt von Grove Camping. Besser kann eine Pizza unterwegs nicht gelingen. Krosser Boden, saftiger Belag, Geschmack wie beim Italiener – und das ohne Gasanschluss, ohne Pizzastein und direkt im Fahrzeug. Dazu Aufläufe, Brötchen und Blätterteig-Desserts, die gelingen wie im heimischen Backofen.
Der Aufbau ist kinderleicht, zerlegt nimmt „Horst“ kaum Platz weg, und gereinigt wird er einfach im Waschbecken oder in der Spülmaschine.
Von uns gibt es für „Horst“ eine absolute Kaufempfehlung. Wer gerne unterwegs backt und nicht auf Pizza, Auflauf und frische Brötchen verzichten möchte, findet aus unserer Sicht derzeit keinen vielseitigeren Reisebackofen.
Das hat uns überzeugt
- Pizza perfekt wie beim Italiener – auch ohne Pizzastein
- Kein Gasanschluss nötig, läuft auf jedem passenden Campingkocher
- Auch im Fahrzeug auf dem Einbau-Kochfeld nutzbar
- Pizza, Brot, Brötchen, Kuchen, Aufläufe und Desserts
- Thermometer im Deckel für volle Kontrolle
- Werkzeugloser, selbsterklärender Aufbau
- Praktische Transporttasche, in der alles Platz findet
- Herkömmliche Auflaufformen bis 20 cm Durchmesser nutzbar
- Zur Not auch mal eine Tiefkühlpizza möglich
- Platzsparend zerlegbar, spülmaschinengeeignet
- Zusätzlich Grill und Feuerschale
Das solltet ihr beachten
Die erreichbare Temperatur hängt von der Leistung eures Kochers ab. Günstige Kartuschenkocher können laut Hersteller bei längerer Backzeit über 200 °C nicht immer
halten (Grove Camping FAQ). Aber auch dafür hat Grove Camping mit „HELGA“ eine Lösung. Vielleicht testen wir „HELGA“ später einmal. Der Topfträger muss mindestens 120 mm breit sein; bei glatten Topfablagen oder drei Streben empfiehlt sich der Stay-Safe-Rahmen. Ich würde ihn gleich mitbestellen.
Eine Frage bleibt für mich aber noch offen. Warum heißt der „Horst“ – „Horst“? Und warum heisst der zugehörige Gasbrenner „Helga“? Lieber Fabian, diese Antwort bist Du mir noch schuldig.
Was meint ihr? Habt ihr „Horst“ schon ausprobiert oder backt ihr noch im Omnia? Schreibt es uns gerne hier in die Kommentare oder sendet uns eine Nachricht. Wir sind gespannt auf eure Meinung. Viele Grüße und guten Appetit sendet euch das Team Roadbus.de
Transparenzhinweis: Der Campingbackofen wurde uns freundlicherweise von der Fa. Grove Camping kostenlos für diesen Test zu Verfügung gestellt. Fabian, vielen Dank dafür. Die Auflaufform haben wir selber bei Grove Camping gekauft. Wir stehen selber in keinerlei Geschäftsbeziehung zur Fa. Grove Camping und erhalten für diesen Bericht auch keinerlei Honorar. Wir schreiben diesen Artikel aus eigenen Antrieb. Er beruht auf eigenen Erfahrungen, verweist aber an einigen Stellen auf Informationen der Grove Camping Webseite. Aus rechtlichen Gründen müssen wir den Bericht aber als „WERBUNG“ kennzeichnen.

