DIY – Rollerträger – Anleitung Teil 4 von 4

Im letzten Teil unserer DIY Selbstbaureihe geht es natürlich wieder um ein Transportproblem. Eine verrückte Idee wird Wirklichkeit. Ein Motorroller geht mit auf die Reise . . .

Aus dem Wunsch, vor Ort ein wenig mehr Mobilität zu bekommen, ist diese verrückte Idee geboren. Natürlich besitzen wir einen Motorradanhänger, auf dem auch unsere Motorräder uns auf Touren begleiten können. Aber mal ehrlich, so ein Anhänger ist für das Reisen von Ort zu Ort, dafür ist der California ja schliesslich gemacht, ein ganz schöner Klotz am Bein.
Eine Woche ins Allgäu oder in die Schweiz, dort auf einem Campingplatz eingecheckt und von der dortigen Base schöne Motorradausflüge in die Umgegend machen. Das kann ich mir noch einigermassen vorstellen, aber auf einem Roadtrip ist das Reisen mit Anhänger eher unbequem. Wahrscheinlich liegt es auch daran, das ich in all den Jahren es nicht gelernt habe, mit einem Anhänger rückwärts zu fahren. 😉
Die meisten Bullis sieht man mit zwei oder mehr E-Bikes auf einem Heckträger unterwegs.
Keine schlechte Option und seit Jahren absolut im Trend. Gerade mit den neuen E-Bikes ist man so unterwegs äusserst mobil und auch grosse Distanzen sind für ungeübte Fahrer dank der Kraft der zwei Herzen kein Problem. Die Sache hat jedoch auch eine Kehrseite.
Was ist mit dem Laden der Bike-Akkus unterwegs? Ein vernünftiges E-Bike kostet auch schnell mehrere tausend Euro. Die Diebstahlgefahr ist auch nicht zu unterschätzen.
Und, war der originale Fahrradträger nicht schon zum Geräteträger umgebaut?

Eine frische Idee musste her. Wie wäre es, wenn man ein motorisiertes Zweirad für zwei Personen mitführen könnte? In meinen ersten Gedanken manifestierte sich die Honda Dax aus meiner Jugend in meinem Kopf. Leicht, für zwei Personen zugelassen und immer noch ein Kultfahrzeug. Die Recherche ergab, das Teil wird heute noch neu angeboten. Zwar handelt es ich um einen chinesischen Nachbau, aber im Grunde genommen sieht das Moped noch genauso aus wie früher. Leider hat sich auch die Technik nicht wirklich weiterentwickelt und mit der Qualität ist es auch nicht besonders. Da bequem anders ist, musste eine bessere Lösung her.

Nun ist aber die Achslast beim Bulli immer ein Problem und somit auch die limitierende Größe. Viele der am Markt verfügbaren Heckträger wie z.B. der Träger von Cate, bieten zwar eine maximale Zuladung von bis zu 250 kg, jedoch ist damit jede Bulli Hinterachse ohne Luftfeder gnadenlos überfordert. Leider sind selbst die leichten Motorroller mit 125 ccm schon schwerer als 110 kg. Nach langer Recherche habe ich eingesehen, das es nichts Fertiges gibt, was meinen Ansprüchen genügt. Also muss etwas Selbstgebautes her . . .

Fertig montierte Transportplattform

Oben seht Ihr schon das fertige Produkt. Mit diesem Träger kann man natürlich nicht nur einen Roller transportieren. Auch Fahrräder, Feuerholz, Blumenerde aus dem Baumarkt, der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Mit den am Träger angeschweißten Verzurrösen lässt sich fast alles befestigen.

Befestigt wird die ganze Konstruktion an den originalen Schrauben der Anhängerkuppelung. Diese ist natürlich Bedingung für die Montage, da ja hier auch die Zusatzbeleuchtung angeschlossen wird. Die eigentliche Plattform des Trägers wird dann ganz einfach von hinten in die montierten Vierkantrohre eingeschoben und mit einem Knebel gesichert.

Aufgrund der eingeschränkten Achslast habe ich bei meinem Fahrzeug lediglich eine Zuladung von 100 kg eingetragen bekommen.

Ja, Ihr habt richtig gelesen. Obwohl die Meinungen hier etwas auseinandergehen, habe ich die Trägerkonstruktion beim TÜV eintragen lassen. Im Internet ist zwar an einigen Stellen zu lesen das es sich lediglich um „sogenannte Ladung“ handelt, ich wollte aber hier auf der sicheren Seite sein, und letztendlich ist es ja auch nicht so schlecht wenn sich das ein Prüfingenieur einmal ansieht.
Meistens verwende ich den Träger zum Transport des Rollers. Es ist ein 110ccm Suzuki Address geworden. Mit einem eingetragenen Gewicht von 99kg bin ich nun legal unterwegs und hatte bisher keinerlei Probleme mit der zulässigen Achslast. Natürlich verändert ein solches Gewicht soweit hinter der Achse das Fahrverhalten und man kann nicht einfach wie früher um die Ecken flitzen. Der grösste Nachteil ist jedoch das die Vorderachse nun doch entsprechend entlastet wird. Ein Nachteil, der beim 4Motion sicherlich nicht so zum Tragen kommt. Auf einer Schotterpiste, und dann auch noch bergauf, ist deutlich spürbar.
Nichts desto trotz, ich bin schon viele tausend Kilometer quer durch Europa so unterwegs gewesen und war froh ein Zweirad für ausgedehnte Ausflüge dabei gehabt zu haben.

Ist es für euch interessant ein motorisiertes Zweirad mitzunehmen? Was denk Ihr über einen solchen Heckträger auf dem natürlich auch Fahrräder transportiert werden können. Schreibt mir doch mal in den Kommentaren eure Meinung.
Ich wünsche euch viel spass beim Nachbau und einen tollen Start in die Session 2021.

Mitten in den Pyrenäen . . .

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