DIY – Low Cost Dachträger Anleitung Teil 3 von 4

Im dritten Teil unserer DIY Selbstbaureihe steigen wir dem Cali nun aufs Dach. Hiermit ist natürlich ein ultraleichter Dachträger gemeint. Hier geht es zur ausführlichen Bauanleitung . . .

Leider ist das Aluminium Dach des California konstruktionsbedingt ja nicht besonders belastbar. Nach Handbuch ist bei 50kg Zuladung bereits Schluss. Das gilt sowohl für das mechanische als auch für das Elektro-Hydraulische Dach. In diesem Gewicht ist die nötige Trägerkonstruktion sogar schon eingeschossen. Da die meisten Träger und auch Dachboxen bereits ein relativ hohes Gewicht mitbringen, bleibt für die eigentliche Nutzlast gar nicht mehr so viel übrig. Sowohl dem Logo, dem original von VW vertriebenen Trägersystem, als auch der Lösung von Thule, die mehrere Trägersysteme im Angebot haben ist eines gemein. Sie sind einfach viel zu hoch auf dem Dach des California montiert und sehen wirklich schrecklich aus. Ausserdem sind diese hohen aufbauten Aerodynamisch natürlich eine Katastrophe.

Im meinem Fall möchte ich auf dem Dach ein Schlauchboot transportieren. Das Schlauchboot befindet sich in zwei Taschen die zusammen etwa etwa 40kg wiegen. Aufgrund Ihrer Dimensionen eignen sich die Taschen nur auf kurzen Strecken für den Transport im Fahrzeug. Sobald man sich auch im California aufhalten oder sogar übernachten will, sind diese einfach viel zu sehr im Weg. Bisher habe ich schon einmal meinen Heckträger für den Transport verwendet den ich aber ursprünglich für die Mitnahme eines Motorrollers gebaut habe. Auch keine optimale Lösung.

Der Transport auf dem Heckträger bringt ausserdem eine siemlich hohe Diebstahlgefahr mit sich. So ein paar Gurte sind schnell gelöst.
Die Taschen müssen einfach auf das Dach. Dazu darf die nötige Unterkonstruktion aber nur 10 kg wiegen und die vorhandenen C-Schienen auf dem Dach nutzen. Somit scheidet eine Trägerkonstruktion aus Stahl oder V2A Edelstahl schon einmal aus.

Das sind die Taschen die auf das Dach sollen

Nun haben wir also folgende Rahmenbedingungen:

– Dachträger unter 10 KG
– Formschöne Kontruktion
– Befestigung auf den Originalen C-Schienen im Dach
– Aerodynamische Konstruktion
– Möglichst nahe am Dach
– Universelle Befestigungsmöglichkeit

Die erste Wahl bei Dachträgern ist sicherlich die Fa. Thule. Die angebotenen Träger sind sehr hochwertig und auch nicht ganz günstig. Leider sehen nicht alle Komponenten auf dem Dach montiert auch gut aus. Meine Wahl viel zunächst auf die originalen Wingbars mit dem dazugehörigen Befestigungsset.

Da ja der Träger universell einsetzbar sein sollte, habe ich beide Wingbars mittels Kuststoffleisten verbunden. Zunächst hatte ich hier Aluprofile vorgesehen, aber mangels Verfügbarkeit dann doch wieder verworfen. Die Kunststoffleisten sind auch Mega stabil und werden in einer benachbarten Kunststoffspritzerei hergestellt. Das Profil ist ursprünglich zur Befestigung einer Terassenverkleidung gedacht und nennt sich „Terrafina WPC Unterkonstruktion 35×80 mm Hohlprofil genutet“. Das Material nennt sich WPC (Wood Plastic Composite) und zeichnet sich durch besonders hohe Festigkeit aus.

Thule Wingbar mit Verbindungslatten

Auf dem Dach sah das dann in etwa so aus.

Fertig montiert auf dem Dach

Der hohe Befestigungssatz der Fa. Thule führte, wie auf dem Bild unten zu sehen, natürlich dazu, das der Träger wie ein Fremdkörper auf dem Dach des California thronte. Schön sieht wirklich anders aus.

Mittels einfacher VA Distanzscheiben von …. mm und einem passenden Kederstein (Tuning Pedals 4er Set Nutensteine, T-Nut, kompatibel zu Thule) habe ich den Dachträger zunächst einmal deutlich näher an die Dachschale gebracht. Bereits diese Konstruktion, mit einer 6mm Gewindestange und einer selbstsichernden Mutter verschraubt, war bombenfest auf dem Dach befestigt. Mir war jedoch die Auflagefläche an der Wingbar und auf der Dachschale nicht ausreichend. Ausserdem ist die Kombination non V2A und Aluminium nicht so einfach. n der Tat gibt es hier Probleme. Bekommen ein edles und ein weniger edles Metall Kontakt zueinander, entsteht Korrosion. Insbesondere, wenn noch ein Elektrolyt dazukommt, denn beim Kontakt zweier verschiedener Metalle entsteht auch Strom. Ein solches Elektrolyt wäre Salz, also beispielsweise Meeres- oder Streusalz. Der Prozess ist eine galvanische Korrosion, die bei jedem Metall anders genannt wird. Bei Stahl sprechen wir hier von Rost und bei Aluminium sogar von Lochfrass. Die thermische Ausdehnung ist ebenso wie die Wärmeleitfähigkeit von Aluminium ungefähr viermal höher als von Stahl oder Edelstahl. Insbesondere die thermische Ausdehnung kann damit zu Problemen, gerade bei geschraubten Verbindungen, führen.

Wingbars tiefergelegt (vorläufige Version)

Eine optimierte Verbindung mit besserer Auflagefläche musste her.

Abstandsplatten zur C-Schiene im Dach

Im California Forum gab es einen sehr netten Kontakt zu Robert der Zugang zu einer CNC Fräsmaschine hatte. Schnell war ein entsprechender Nutenstein für das Profil der Wingbar mit passender Adapterplatte aus Alu angefertigt. Der passende Nutenstein, der ja dauerhaft in der C-Schiene des Daches verbleiben kann, sollte aus Festigkeitsgründen jedoch aus V2A hergestellt werden.

Der V2A Nutenstein

Der Vorteil dieser Konstruktion liegt darin, das der Dachträger sich nun sehr einfach mir nur 4 Schrauben auf dem Dach befestigen lässt. Mittels der Kedersteine die dauerhaft in der Dachschiene verbleiben können, ist die Position immer fest fixiert.

Innensechkantschraube zur Befestigung auf dem Dach

Der Träger sitzt nun lediglich 10mm über der C-Schiene im Dach.

Die hervorstehenden Hutmuttern sind natürlich noch nicht optimal wund werden noch gegen schwarze Hülsenmuttern ausgetauscht.

Ringmutter oder flache Hülsenmutter, je nach Wunsch

Teileliste:

16 x Hülsenmutter M8 x 10mm
Schlossschrauben (DIN 603) 30 Stück M8x16 Edelstahl A2 V2A mit Vierkantansatz
1x Thule 711420 WingBar Evo 135 Black, Schwarz, Set of 2 Stück
Ringmuttern M8 gegossen und poliert ähnl. DIN 582 aus Edelstahl A2 V2A – Zurröse
8m Terrafina WPC Unterkonstruktion 35×80 mm Hohlprofil genutet
1 x Montageset Thule Wingbar 127/135 California

Die gesamte Konstruktion des Dachträgers wiegt 9,5 kg. Somit verbleiben mir mehr als 40kg legale Nutzlast auf dem Dach.

Ich wünsche Euch viel Erfolg beim Nachbau. Natürlich freue ich mich auch über Eure Kommentare und Anregungen. Es gibt nichts, was man nicht noch besser machen könnte.
Habt Ihr noch Fragen? Schreibt mir eine Mail unter dachträger@roadbus.de

Leider kann ich an dieser Stelle auf den rechtlichen Hinweis nicht verzichten.
Der Nachbau des Trägers erfolgt natürlich ausdrücklich auf eigene Gefahr. Roadbus.de kann keinerlei Haftung für Schäden, die durch die Verwendung des Trägers oder eines entsprechenden Nachbaues entstehen, übernehmen. Je nach montierter Last ist ggf. eine zusätzliche Sicherung erforderlich.
Mit derart montierten Trägern ist unbedingt auf eine angepasste Geschwindigkeit zu achten. In jeden Fall ist der Fahrer des Kraftfahrzeuges für die ordnungsgemässe Montage des Trägers und Sicherung der Ladung verantwortlich.

Siehe hierzu StVO: §§ 22 und 23.
Wie bei allen Dachgepäcktransporten sollte Ladung vor jedem Fahrantritt immer sorgfältig geprüft werden.

Im vierten Teil Teil der DIY-Selbstbaureihe widmen wir uns dann dem Rollerträger . . .


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