DIY – Low Cost Heckträger Bauanleitung Teil 1 von 4

Ist bei euch der Platz knapp? Der Dachtäger ist auch schon voll? Vielleicht habt Ihr euch auch schon einmal einen System Heckträger gewünscht? In dieser Anleitung erfahrt Ihr, wie das geht . . .

Update vom 2.12.2020 am Ende des Beitrages !!

Dies ist Teil 1 einer 4-Teiligen Reihe von DIY Anleitung zum Bau bzw. Umbau von Trägersystemen rund um den T5/T6 California. Im ersten Teil widmen wir uns dem originalen LOGO Fahrradträger. Im zweiten Teil geht es dann um ein Trägersystem auf der linken hinteren Seite. In Teil drei geht es dann um einen leichten, schlanken Dachgepäckträger, und im fünften Teil wird es um die Montage einer Lightbar im Bereich des Daches gehen. Als Bonus habe ich dann noch die Anbindung einer Plattform zum Transport eines Motorrollers für Euch. Los geht es mit Teil 1 . . .

Es gibt eine Vielzahl von Herstellern, die den Umbau des originalen Fahrradträgers anbieten. Diese durchaus professionellen Lösungen basieren fast alle auf dem Logo-Fahrradträger, der schon seit dem T5 werksseitig von VW angeboten wird. Dieser Träger, in Fachkreisen “Der Schöne” genannt, wird mittlerweile zu recht hohen Preisen im Gebrauchtmarkt gehandelt und ist sehr begehrt. Von VW wird er nur in Silber angeboten. Ich konnte günstig solch einen Träger bei Ebay-Kleinanzeigen ergattern.

Der hintere Teil dieses Trägers stellt die Basis der meisten Umbauten. Die eigentliche Fahrradbefestigung mit Schienen und Halter wird meist nicht mehr benötigt.

Grundträger am Fahrzeug

Fast alle Umbauer lassen den Träger nicht im silbernen Originalzustand. Ein schwarzer Träger sieht an den meisten Fahrzeugen viel schicker aus. So wird fast immer eine schwarze Pulverbeschichtung angeboten und auch bestellt. Diese schlägt mit 150-200€ zu Buche, das ist schon mal ein ganz schöner Batzen Geld. Es ist nicht zu unterschätzen, das für eine Beschichtung der Träger auch aufwendig zerlegt und wieder zusammengebaut werden muss. Das geht aber auch einfacher.
Nach der Beschichtung werden Airlineschienen und diverse Trägersysteme aufwendig am Grundträger verschraubt.
Nicht selten kommt je nach Ausstattungsvarianten und Kundenwünschen so ein Betrag von 800 bis 1500€ für ein Komplett-System zusammen. Ich habe schon Peli-Case-Koffer für mehrere hundert Euro auf solchen Trägern gesehen.
Machen wir einen Versuch eine Trägervariante günstiger zusammenzubauen. Im Beitrag findet Ihr die nötigen Links zu Produkten, die ich verwendet habe. Auf eine Verlinkung von Kleinteilen habe ich jedoch verzichtet und verweise Euch an dieser Stelle gerne auf den Schraubenfachhandel Eurer Wahl.

Um die Kosten für die Farbänderung im günstigen Rahmen zu halten, verzichte ich auf eine aufwendige Pulverbeschichtung und lackiere den Träger mittels Sprühdose. Dieses hat den Vorteil, das ich den Grundträger nicht vollständig demontieren muss. Lediglich eine gute Vorarbeit beim Anschleifen und sorgfältiges Abkleben ist erforderlich. Das spart Zeit und Kosten. Um das bereits hier vorwegzunehmen, für die gesamte Lackierung des Trägers und der Anbauteile habe ich 3 Dosen Sprühlack matt schwarz für insgesamt knapp 25€ benötigt. Hinzu kamen noch ca. 5€ für Schleifpapier und Kreppband zum Abkleben.

Da Ihr nun schon fast den fertigen Träger gesehen habt, kommen wir zur Teileliste:
An dem Träger möchte ich eine Alukiste für schmutzige oder nasse Gegenstände und einen Kanister mit Halter für zusätzliche 20 Liter Wasser montieren. Auch die von mir angeschafften Sandbleche aus Kunststoff möchte ich dort befestigen. Aber ich will das System so variable wie möglich gestalten, um ggf. hier auch einmal andere Dinge befestigen zu können.

Die beste Lösung, hier unterscheide ich mich auch nicht von professionellen Anbietern, ist die Verwendung von Airlineschienen. Diese kommen aus der professionellen Ladungssicherung und sind in vielen Varianten zu erhalten. Ich entscheide mich für das halbrunde Profil in schwarz eloxiert. Hierzu kommen noch die Befestigungsfittinge in Standard M6 Ausführung und Stauferschellen in der Grösse 3. Die Endkappen der Airlineschienen habe ich auch bestellt, aber an anderer Stelle später verbaut. Für die Stauferschellen benötigt Ihr Innensechskant oder Torxschrauben M5x70. Natürlich am besten in Edelstahlausführung.

Kommen wir mal zu den Kosten:

Die Airlineschienen kosten gut 30€ pro Meter und sind somit der teuerste Bestandteil des Umbaus. Die Stauferschellen kosten ca. 2€ pro Stück. Hier werden je 2 Stück pro Schiene, also insgesamt 8 Schellen, benötigt. Die Befestigungsfittinge schlagen mit 22€ zu Buche und für die Endkappen muss man noch ca. 13€ veranschlagen.
Der Kanister mit Edelstahlhalter für ca. 60€ und die Sandbleche für ca. 67€ sind natürlich optional. Hier möchte ja jeder etwas anderes befestigen. Die verwendete Alukiste hatte ich noch in der Garage und konnte sie somit kostenneutral weiter verwenden. Aber auch hier findet sich im grossen Fluss in jeder Grösse eine preisgünstige Alternative.
Für ungefähr 170-180€ für die verwendeten Teile bekommt Ihr so einen perfekten schwarzen Heckgeräteträger, an dem Ihr viele Dinge befestigen könnt. Hinzu kommen noch 30 Euro für Farbe und ca. 10 Euro für Kleinteile und Schrauben. Selbstverständlich gibt es auch Halter für das Reserverad oder andere Dinge. Mein Reserverad bleibt aber unter dem Fahrzeug.
Vergessen habe ich noch, das man bei der Fa. Aulich24 natürlich auch einen schwarzen Kanister bekommen kann. Dieses ist z. B. für die Erwärmung von Duschwasser, so wie ich es mache, besonders praktisch.

Fazit: Einen gebrauchten LOGO Fahrradträger, etwas Zeit und Geschick und ca. 200 – 210 Euro. Mehr braucht es nicht, um eine Mega Stauraumerweiterung am Heck des California oder eines anderen Bullis zu bekommen. Ich habe zusätzlich noch einen perfekte Lenkerbefestigung für den Rollerträger bekommen. So verbessert sich die Stabilität beim Transport noch erheblich.

Nach einem Test von gut 10.000 km quer durch Europa unter härtesten Einsatzbedingungen haben sich sowohl die Lackierung als auch der Träger bestens bewährt. Lediglich die Lackierung der Alukiste hat durch mehrfachen Einsatz des Dampfstrahlers ein wenig gelitten. Ich war froh über das zusätzliche Duschwasser und den Extra-Stauraum in der Alubox. Ohne die Sandbleche wäre ich wahrscheinlich nach dem Einsinken des Calis in der Wüste von Tabernas verdurstet.
Den Deckel der Alukiste habe ich noch mit den Resten der Airlineschienen versehen. Ich denke das ist ein guter Platz um ggf. eine Schaufel oder etwas Rundes dort mit Spannriemen zu befestigen.

Befestigung von runden Gegenständen auf der Alubox

Habt Ihr noch Fragen? Interessiert Euch der Selbstbau-Rollerträger? Hinterlasst mir doch eine Kommentar oder schreibt an info@hsk2000

Verwendete Bauteile:
Hier findet Ihr eine Aufstellung der von mir verwendeten Teile. Natürlich kann man die Sachen auch bei anderen Shops oder im Idealfall auch im lokalen Handel bekommen.
der Einfachheit halber habe ich sie aber bei Amazon bestellt.

Airlineschienen 2 x 2m
Sandbleche (Recovery Tracks 4×4 Off Road Traktion) 
Schraubfitting Airlineschiene 30mm
Hydraulikrohrschelle Rohrschelle Schlauchschelle 
Endkappe/Einsteckkappe für Airlineschiene 
Enders® Aluminiumbox TORONTO 63 l
Gewindemuffen Rund M8x30 mm aus Edelstahl VA2 
M8 x 80 mm Gewindestift mit Innensechskant (DIN 913 – ISO 4026)
Peruzzo 365 Knebelmutter, schwarz, 10 x 10 x 10 cm
Liqui Moly P001418 Schraubenfest
0 x Single Schraubfitting f. Airlineschiene mit Sterngriff 

Update:
Auf der Iberia-Tour musste ich ja eine Warntafel anbringen. Das ist im Übrigen auch bei Reisen in Italien nötig. Dort wird aber interessanterweise eine andere Tafel verwendet. Das ist Europa. Bisher habe ich diese Tafel, mit Spanngummis befestigt, zwischen Alukiste und Wasserkanister geklemmt. Nicht ganz so optimal hat das auch dazu geführt das dass Seitenteil der Kiste verkratzt war.

Tafel nur geklemmt

Die auf der Alukiste montierten Airlineschienen sind natürlich universell verwendbar. Ausserdem sind die Abschnitte vom Träger ja sowieso übrig und schon auf der Kiste montiert. Mit Mit 4 zusätzlichen Fittingen ist das jetzt ein leichtes hier die Warntafel anzubringen. Achtet darauf das Ihr die Kiste mit montierter Warntafel auch noch öffnen könnt. Je nachdem wo euer Schloss der an der Kiste angebracht ist, könnt Ihr auch Abstandshalter einsetzen um dieses Schloss zugänglich zu halten. Als nächstes werde ich die Warntafel zweiseitig ausführen. Das heisst auf die eine Seite kommt die Spanische Tafel, und auf die andere Seite die italienische Tafel.

Ich wünsche euch viel Erfolg beim Nachbau des Trägers. Ich werde versuchen den Träger noch weiter zu optimieren . . . und werde das natürlich hier berichten . . .

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Vielen vielen Dank für deine Unterstützung !

Leider kann ich an dieser Stelle auf den rechtlichen Hinweis nicht verzichten.
Der Umbau des Trägers erfolgt natürlich ausdrücklich auf eigene Gefahr. Roadbus.de kann keinerlei Haftung für Schäden, die durch die Verwendung des Trägers oder eines entsprechenden Nachbaues entstehen, übernehmen. Je nach montierter Last ist ggf. eine zusätzliche Sicherung oder zusätzliche Massnahmen erforderlich.
Mit derart montierten Trägern ist unbedingt auf eine angepasste Geschwindigkeit zu achten. In jeden Fall ist der Fahrer des Kraftfahrzeuges für die ordnungsgemässe Montage des Trägers und Sicherung der Ladung verantwortlich.

Siehe hierzu StVO: §§ 22 und 23.
Wie bei Dachgepäcktransporten sollte Ladung vor jedem Fahrantritt immer sorgfältig geprüft werden.

3 Antworten auf „DIY – Low Cost Heckträger Bauanleitung Teil 1 von 4“

  1. Hallo,
    inspiriert von Deinem Umbau, möchte ich nun auch versuchen meinen Logo Heckträger selbst zu „schwärzen“:

    Könntest Du mir bitte etwas zu nachfolgenden Fragen sagen:

    Welchen Lack hast Du verwendest?
    Hast Du zusätzlich grundiert und Klarlack verwendet?
    Würdest Du beim Zweitenmal etwas anders machen?

    Vielen Dank und liebe Grüße
    Pat

  2. Hallo Thomas, toll das Du Deinen Träger auch umbauen willst. Ich habe ganz einfachen Lack aus der Sprühdose verwendet. Grundierung habe ich auch keine vorher drauf gesprüht. Also nur den Träger gut angeschliffen und los. Bisher hat es wirklich gut gehalten. Beim nächsten mal würde ich vielleicht e8nen Raptor Lack verwenden.
    Das gibt auch eine super Overlander Optik. Wenn Du noch Fragen hast, schreibe mi4 doch gerne eine Mail unter Träger@Roadbus.de …. Viele Grüße

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