Reisen in Zeiten von Corona . . . 9.500 km durch Europa

Ein Selbstversuch. 55 Tage durch Südeuropa. Dieses Jahr war das Reisen völlig anders.
Wenn Ihr mögt: Hier gibt es mein Fazit zum Reisen in Zeiten von Corona und Covid 19 . . .

Der Trip ist vorbei. Was bleibt, was war anders als sonst? Ich bin ja diese Tour schon einmal so ähnlich in 2019 gefahren. Auf jeden Fall war es zeitlich der längste Roadtrip, den ich je mit dem Bulli unternommen habe. “The grand tour de Iberia 2020 XXXL“ geht nach 55 Tagen zu Ende. Etwas anders als geplant, etwas kürzer als gedacht und doch schöner als erhofft. Fast 10.000 km sind es nun geworden. Da ich Nordspanien ausgelassen habe, wurde die Reise mit 55 Tagen auch deutlich kürzer als vorher geplant. Sicherlich hat auch das Wetter in Nordspanien seinen Teil dazu beigetragen, dass ich diesen Teil des Landes ausgelassen habe.

Was bleibt nun an Erinnerungen auf dieser Tour?

Es war sicher der einsamste Roadtrip in meinem Leben. So lange Zeit war ich noch nie alleine unterwegs. Dazu die Beschränkungen in der Corona-Zeit. Gerade in Spanien, wo doch sonst im Sommer draußen das Leben pulsiert, herrschte in manchen Regionen doch eine eher gedrückte Stimmung. Auch bei mir fiel das emotionale Thermometer auf den Tiefpunkt, als mich die Nachricht vom Tod meines Bruders erreichte. Nach schwerer Krankheit war das zwar irgendwann abzusehen, aber so schnell musste es ja doch nicht sein. Mach’s gut und gute Reise.

Aber es gab auch so viele schöne Begegnungen unterwegs. Auch mit Abstand kann man prima neue Menschen kennenlernen. Danke für die vielen tollen Tipps, die ich unterwegs von euch bekommen habe. Tatsächlich habe ich immer frei an fantastischen Orten übernachten können und nur einmal einen Campingplatz wegen einer Waschmaschine angesteuert.

An vielen Orten durfte ich alleine die Nacht verbringen und die großartige Natur genießen. Trotzdem habe ich mich immer sicher gefühlt. In Spanien waren extrem wenig Vans und Wohnmobile unterwegs, was die Sache mit dem Freistehen sicherlich deutlich erleichtert hat. Die Toleranzschwelle der Sicherheitskräfte, sowohl in Spanien als auch in Portugal war, vielleicht auch coronabedingt, erheblich höher als sonst. Gefehlt hat mir in so langer Zeit dann doch eine Reisebegleitung. Damit meine ich nicht, dass ich nicht auch alleine klarkomme. Aber manchmal hat man dann doch unterwegs den Wunsch, sich auszutauschen und geteilte Erlebnisse empfindet man dann noch intensiver.

Der Austausch mit anderen fremden Menschen ist auf dieser Reise definitiv auf der Strecke geblieben. Man sitzt eben nicht einfach mal so in einem Lokal, trinkt oder isst etwas und bekommt auch so etwas vom Leben im Land mit. Jeder bleibt eher für sich und auf Distanz zu anderen. So geht ein Teil des Zaubers vom Reiseland verloren. Auch Besichtigungstouren, wie ich sie zum Beispiel in 2019 auf der Reise eingebaut hatte, habe ich dieses Jahr ausgelassen. Kein Städtetrip, keine öffentliche Sehenswürdigkeit. Somit habe ich den Scooter fast umsonst mitgenommen und nur einmal benutzt. Welches Land mir am besten gefallen hat, wurde ich schon gefragt. So kann ich das aber nicht beantworten. Jedes Land hat seine Highlights und Besonderheiten. Spanien war für meinen Geschmack dieses Jahr unheimlich leer. Selbst die Spanier sind wahrscheinlich alle nach Portugal gefahren. Hier war es dementsprechend voll. Die Corona-Auswirkungen und Sicherheitsvorkehrungen konnte man in jedem Land sehen, wobei ich den Eindruck hatte, das diese in Spanien besonders ernst genommen wurden. Aber auch in Portugal gab es Zugangsbeschränkungen in Supermärkten und Restaurants. Toll fand ich auch, das ich diesmal einige neue Region in die Reise einbauen konnte. “Bardenas Reales“, eine der Halbwüsten in Spanien, und auch dem Flusslauf des Douro mit seinen Weinbergen zu folgen, haben mir noch viele neue Eindrücke in den Länder verschafft. Wiederum hat mir der Bus dieses Jahr wieder eine fantastische Reise ermöglicht.

Nun noch einige Zahlen, Daten, Fakten: Reisedauer :

55 Tage
Bereiste Länder: fünf (Frankreich, Spanien, England, Portugal, Luxemburg)
Gefahrene Kilometer: 9.703 km
Dieselkosten : gut 900 €
Bezahlte Übernachtungen : 3
Vom Übernachtungsplatz weggeschickt : 1 Mal
Festgefahren im Sand : 1 Mal

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